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Wenn die Zukunft Angst macht


Das Leben verändert sich ständig.


Manche Veränderungen sind klein. Wir integrieren sie beinahe unbemerkt in unseren Alltag. Ein Termin verschiebt sich, eine Gewohnheit verändert sich, ein Plan nimmt eine andere Richtung. Wir passen uns an und gehen weiter.


Andere Veränderungen hingegen lassen uns aufschrecken.

Plötzlich schnürt sich die Kehle zu. Unruhe macht sich breit. Die Gedanken beginnen zu kreisen. Und da ist dieser Drang, sofort etwas tun zu müssen. Irgendetwas. Hauptsache handeln.

Die Angst meldet sich.


Angst, dass das Geschäft nicht läuft.

Angst, den Partner zu verlieren.

Angst, dass das Geld nicht reicht.

Angst vor einer Zukunft, die wir noch nicht kennen.


Doch worauf schauen wir in diesen Momenten eigentlich?

Oft ist es, als würden wir für einen kurzen Augenblick den festen Boden unter den Füßen verlieren. Die Veränderung ist eingetreten, das Vertraute gerät ins Wanken, und unser Gehirn beginnt sofort damit, mögliche Gefahren auszumalen.


Es entwirft Szenarien, plant Gegenmaßnahmen und versucht, Kontrolle zurückzugewinnen.

Doch während wir gedanklich Wochen, Monate oder sogar Jahre vorausreisen, verlieren wir häufig den Kontakt zu dem, was gerade tatsächlich da ist.


Denn die Katastrophe, vor der wir uns fürchten, findet oft nicht im gegenwärtigen Moment statt. Sie existiert zunächst als Möglichkeit in unseren Gedanken.


Das bedeutet nicht, dass unsere Sorgen unbegründet sind. Manche Veränderungen bringen reale Herausforderungen mit sich. Manche Lebensphasen verlangen uns viel ab. Und wenn mehrere Belastungen gleichzeitig auftreten, kann es besonders schwer sein, den Überblick zu behalten.


Doch selbst dann lohnt sich ein kurzer Blick zurück in den gegenwärtigen Moment.

Was ist jetzt gerade da?

Nicht morgen.

Nicht in sechs Monaten.

Jetzt.


Vielleicht bemerkst du, dass dein Körper trotz aller Anspannung sicher auf dem Stuhl sitzt.

Dass dein Atem fließt.

Dass die Sonne durchs Fenster scheint.

Dass du Menschen hast, die du anrufen könntest.

Dass dein Zuhause noch da ist.

Dass du schon andere schwierige Situationen bewältigt hast.


Während unser Blick auf das fällt, was wegzubrechen droht, übersehen wir oft, was uns weiterhin trägt.

Die Angst verengt unseren Fokus. Sie richtet unsere Aufmerksamkeit auf mögliche Gefahren. Das ist nicht falsch. Angst möchte uns schützen. Doch manchmal braucht sie etwas Unterstützung. Dann kann es helfen, für einen Moment innezuhalten.

Den Atem wahrzunehmen.

Fünf Dinge zu benennen, die du sehen kannst.

Vier Dinge, die du spüren kannst.

Drei Dinge, die du hören kannst.

Oder einfach den Raum um dich herum bewusst wahrzunehmen.


Nicht, um die Angst wegzumachen. Sondern um dich wieder mit dem zu verbinden, was gerade real ist. Denn Selbstwirksamkeit entsteht selten in den Katastrophenszenarien unserer Gedanken. Sie entsteht im gegenwärtigen Moment.

Vielleicht können wir uns deshalb in Zeiten der Veränderung eine andere Frage stellen.

Nicht:

"Wie löse ich alle Probleme, die möglicherweise irgendwann auf mich zukommen?"


Sondern:

"Was brauche ich genau jetzt, damit die Angst ein kleines bisschen weniger wird?"


Vielleicht ist es ein Gespräch.

Vielleicht eine Information.

Vielleicht eine Pause.

Vielleicht ein erster kleiner Schritt.


Die Zukunft bleibt unbekannt. Daran können wir nichts ändern.

Aber wir können beginnen, ihr nicht nur mit Angst zu begegnen, sondern auch mit dem Vertrauen, dass wir ihr Schritt für Schritt begegnen werden.

Und manchmal reicht für heute genau das.

 
 
 

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