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Manche Tage sind einfach scheiße


Und ich glaube nicht, dass uns Wissen davor schützt.


Ich weiß viel über Gefühle. Über Bedürfnisse. Über Stress. Über Selbstfürsorge. Über all die Dinge, die helfen können, wenn es uns nicht gut geht.


Und trotzdem gibt es Tage, an denen ich morgens aufwache und nichts davon greift.


Nicht, weil es falsch wäre.


Sondern weil ich gerade keinen Zugang dazu habe.


Die Bedürfnisse sind unklar. Gefühle lassen sich nicht richtig greifen. Gedanken kreisen, ohne irgendwo anzukommen. Und manchmal suchen wir dann nach einer Erklärung. Nach dem einen Grund, der für all das verantwortlich sein muss.


Wenn nur dies anders wäre.

Wenn nur das weg wäre.

Wenn nur endlich diese eine Frage geklärt wäre.


Vielleicht stimmt das manchmal.


Aber manchmal fühlen wir uns einfach verloren.


Nicht dramatisch verloren. Nicht lebensverändernd verloren.


Sondern auf diese stille Art, bei der selbst die einfachsten Dinge plötzlich schwer werden.


Wir wünschen uns Ruhe und sehnen uns gleichzeitig nach Nähe.


Wir möchten Menschen um uns haben und können doch niemanden anrufen.


Wir möchten etwas tun, wissen aber nicht was.


Nichts scheint wirklich zu passen.


Und vielleicht müssen wir an solchen Tagen gar nicht herausfinden, was los ist.


Vielleicht müssen wir auch nicht sofort die richtige Entscheidung treffen, die richtige Erkenntnis haben oder die richtige Strategie finden.


Vielleicht reicht es, zu bemerken, dass heute einfach kein guter Tag ist.


Nicht mehr.


Aber auch nicht weniger.


Einen Kaffee trinken.


Den Termin absagen.


Die große Entscheidung auf morgen verschieben.


Dem Drang widerstehen, alles verstehen zu müssen.


Und darauf vertrauen, dass Orientierung manchmal zurückkehrt, wenn wir aufhören, sie krampfhaft zu suchen.


Ich glaube nach wie vor, dass wir Einfluss auf unser Erleben haben.


Aber ich glaube auch, dass es Tage gibt, an denen selbst die hilfreichsten Werkzeuge irgendwo außer Reichweite liegen.


Dann geht es vielleicht nicht darum, sich besser zu fühlen.


Sondern darum, freundlich mit sich zu bleiben, während man sich gerade nicht gut fühlt.


Und irgendwann taucht meist etwas auf.


Ein Gedanke.


Ein Gespräch.


Ein Spaziergang.


Ein Lied.


Irgendetwas, das wieder ein kleines Stück Kontakt möglich macht.


Nicht die große Lösung.


Nicht die plötzliche Wendung.


Nur ein erster kleiner Anhaltspunkt.


Und manchmal ist genau das genug.


Denn manche Tage sind einfach scheiße.


Und vielleicht müssen wir nicht einmal so tun, als wären sie etwas anderes.

 
 
 

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