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Digital Detox — Handy ausschalten!


 



Am 31. Dezember 2024 um 18:30 habe ich mein Handy ausgeschaltet und auch erst am 1. Januar 2025 wieder in die Hand genommen. Das war eine spontane Entscheidung, zu der sicherlich viele Faktoren beigetragen haben. Seitdem beschäftigt mich das Thema „Wie viel Zeit verbringe ich eigentlich in der digitalen Welt?“ immer häufiger.


Wenn ich von Digital Detox spreche, meine ich alles auszustellen, was einen Bildschirm zwischen mir und der lebendigen, realen Welt darstellt. Also geht es für mich darum, ein Gleichgewicht zwischen digital und analog zu schaffen — und bewusster im Hier und Jetzt zu leben.


Was hat mich dazu gebracht? In letzter Zeit habe ich immer häufiger das Gefühl, mehr Zeit vor dem Bildschirm und mit dem Handy am Ohr zu verbringen, als wirklich im Moment zu leben und wahrzunehmen, was um mich herum geschieht. An manchen Stellen hat das sicherlich auch zu einem Gefühl der Nähe geführt, was ich sehr schön fand, aber reicht mir das? In meinem Fall steht hier ein klares „Nein“ im Raum.


Sicher, die Digitalisierung ermöglicht uns auch problemlos mit Menschen in anderen Ländern oder Städten in Kontakt zu stehen, die leider nicht in unserer direkten Umgebung leben. Das macht es für mich etwas schwierig. Doch es gibt noch weitere fünf Tage, an denen diese Kontakte durchaus ihren Raum bekommen. Denn auch diese Nähe möchte ich nicht missen. Aber etwas in mir sagt, dass das Hier und Jetzt, die körperliche Nähe und wahre Präsenz anderer Menschen mehr Zeit, Raum und Aufmerksamkeit verdient haben.


Also habe ich mich für ein Experiment entschieden. Ich habe mich dazu entschlossen, am Freitag um 19:00 Uhr mein Handy auszuschalten und auch erst am Montag um 8:00 Uhr wieder ein, mich also einmal auf mein Offline-Leben zu konzentrieren. Klingt simpel, oder? Und doch kommen schon jetzt viele Fragen in mir auf. Gibt es vor Freitag noch etwas Wichtiges, was ich erledigen möchte, um dem Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen, vorzubeugen? Habe ich die Menschen informiert, mit denen ich regelmäßig in Kontakt bin? Und wenn ich etwas verpasse? Was ist, wenn ich mich langweile? Wie fühlt es sich an, über die gewohnten Kanäle nicht mehr erreichbar zu sein?


Also gilt es ein paar Vorbereitungen zu treffen und mit Vorfreude zu warten, was wohl in diesem Moment geschieht. Vielleicht lese ich endlich einmal all die Bücher, die in meinem Regal stehen, gehe in den Wald oder lasse mich von kleinen Momenten überraschen, die ich sonst durch ständige Unterbrechung übersehe. Vielleicht stehe ich ja plötzlich mit einem Kaffee in der Hand vor der Tür eines Freundes. Spontan. Ohne Plan. Einfach, weil ich Lust darauf habe. Oder es klingelt und ich freue mich über das bekannte Gesicht eines Menschen, der den Moment mit mir genießen möchte.


Letzteres fehlt mir tatsächlich ein bisschen und ich habe den Eindruck, dass der Fokus auf dem Handy auch dazu beiträgt, dass ich auf irgendetwas warte und mehr Zeit damit verbringe, von Dingen zu träumen, statt sie zu tun und das zu genießen, was bereits da ist - hier und jetzt.


Während ich das gerade schreibe, merke ich, dass ich mich auf dieses kleine Experiment freue. Trotz der damit verbundenen Angst, dass es gar nicht so leicht sein könnte, die Ruhe, die Leere oder auch das Gefühl der Isolierung auszuhalten. Doch ich bin überzeugt, dass es eine lehrreiche Erfahrung wird. Verbindlichkeit, Ruhe, Achtsamkeit - vielleicht komme ich der Antwort auf die Frage „Was will ich wirklich?“ ja ein kleines Stückchen näher.


Und ja, es wird durchaus Dinge geben, die ich verpassen werde. Doch ich bin mir sicher, dass die meisten Informationen auch am Montag noch verfügbar sind, und ich durch das Leben des Momentes ganz andere Dinge entdecken werde.


Für echte Notfälle bleibt das Festnetz — ansonsten bin ich gespannt, wie es sich anfühlt, die kleinen Freuden zu genießen — intensiv, mit allen Sinnen.


Fest steht für mich: Sich von digitalen Medien und dem Leben anderer ablenken zu lassen, ihnen nachzujagen oder von Dingen zu träumen, erscheint mir wie eine Krankheit unserer Zeit. Und wir vergessen dabei uns zu fragen, ob das eigentlich unseren eigenen Wünschen, Werten und Bedürfnissen entspricht. Vielleicht ist es Zeit, das zu ändern.


Und mit einem freudigen Kribbeln im Körper, beim Gedanken an diese neue Erfahrung, frage ich dich heute: „Was geschieht eigentlich an deinem Wochenende — in deiner unmittelbaren Umgebung? Und was würdest du entdecken, wenn du dich einfach mal vom Bildschirm löst und den Moment lebst?“

 
 
 

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